Ostschweizer Gipfel der Arbeitsintegration
Anders sehen – wirksam handeln
Impulse für eine wirksame Arbeitsintegration
11. März 2027
Eine Initiative von rheinspringen
Anders sehen – wirksam handeln
Impulse für eine wirksame Arbeitsintegration
11. März 2027
Eine Initiative von rheinspringen
rheinspringen will den fachlichen Diskurs zum Thema Arbeitsintegration in der Ostschweiz anregen. Angesprochen sind Arbeitgebende, Professionelle aus dem Bereich Arbeitsintegration, der Berufsberatung sowie der Eingliederung.
Die Tagung bietet eine Austauschplattform rund um das Thema Arbeitsintegration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Mit Referaten und Workshops erhalten die Tagungsteilnehmenden Inspirationen, Aha-Momente und fachliche Inputs für Ihr Tätigkeitsfeld.
Manuela Adcock, Neuropsychologin & Neurowissenschaftlerin, gibt neurowissenschaftliche Einblicke in die Entwicklung des jugendlichen Gehirns und ihre Bedeutung für Lernen, Motivation und Selbstregulation.
Lisa Filipe, Ethnologin (M.A.) und zertifizierte IIN Health Coach, gewährt ganzheitliche Einblicke aus der Arbeit mit dem weiblichen Körper und ihre Impulse für eine nachhaltige Arbeitsintegration.
In den Workshops teilen Fachpersonen und Betroffene zu Aspekten ihr Know-How und «bestPractice». Die interaktive Gestaltung ermöglicht einen interdisziplinären Diskurs sowohl zwischen der Fachperson als auch den Tagungsteilnehmenden. Neben der fachlichen Auseinandersetzung ist genügend Zeit und Raum für Networking und Austausch eingeplant.
Referat 1: Das jugendliche Gehirn verstehen – und gezielt stärken
Neurowissenschaftliche Erkenntnisse über Entwicklung, Regulation und mentale Gesundheit
Das jugendliche Gehirn ist eine intelligente Baustelle: Es baut um, vernetzt neu und sucht nach Orientierung. Im Referat werden zentrale neurowissenschaftliche Erkenntnisse u.a. zur Gehirnentwicklung in der Adoleszenz vorgestellt – von Neuroplastizität, über Hirnreifung bis zu den drei grundlegenden Regulationssystemen des Überlebens. Dabei wird sichtbar, wie diese Prozesse Lernfähigkeit, Motivation und mentale Gesundheit beeinflussen – und was Jugendliche heute brauchen, um in einer reizüberfluteten Welt Fokus, Selbststeuerung/Regulationsfähigkeit und Wohlbefinden zu entwickeln. Das Referat verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praxisnahen Impulsen für Fachpersonen in der Arbeitsintegration, Berufsbildung und Begleitung junger Menschen.

Dr. Sc. Manuela Adcock, Neuropsychologin & Neurowissenschaftlerin
studierte an den Universitäten Zürich und Bern und promovierte an der ETH Zürich in Neurowissenschaften. Sie blickt auf langjährige Erfahrung am Universitätsspital Zürich zurück, wo sie intensiv mit hirnverletzten PatientInnenen arbeitete. Neben Forschungsprojekten zur Hirngesundheit, die sie mitbetreut, setzt sie zusammen mit Dr. Barbara Studer und der Hirncoach AG für die mentale Fitness und Gesundheit in der Bevölkerung ein.
Referat 2: Zyklische Prinzipien als Kraftquelle
In ihrem Referat zeigt Lisa Filipe anhand der Erfahrung ihrer ganzheitlichen Arbeit mit Frauen auf, was wir vom weiblichen Körper für die Arbeitsintegration lernen können. Denn damit sich ein Hormonsystem, das durcheinandergeraten ist, erfolgreich und nachhaltig regulieren kann, haben sich bestimmte Herangehensweisen als sehr wirksam herausgestellt. Diese Prinzipien und Erkenntnisse der NALU™ Methode haben auch im Rahmen eines systemischen Ansatzes bei der Arbeitsintegration grosses Potenzial und können wertvolle Impulse für die Praxis liefern. Mit ihrem ethnologischen Hintergrund betrachtet sie Gesundheit und Integration eingebettet in kulturelle, soziale und systemische Zusammenhänge.

Lisa Filipe ist Ethnologin (M.A.) und zertifizierte IIN Health Coach.
Sie leitet mit ihrem Partner das Unternehmen NALU und begleitete seit 2018 über 250 Frauen mit Zyklusstörungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen hormonellen Gesundheit.
Workshop 1: Vom Wissen zum Wirken – wie wir das (jugendliche) Gehirn im Alltag unterstützen für mehr mentale Gesundheit
Dr. Sc. Manuela Adcock, Neuropsychologin & Neurowissenschaftlerin
Co-Referentin von Dr. Barbara Studer, Hirncoach AG
Wie erkennen wir, wenn ein (jugendliches) Nervensystem im Stressmodus ist? Und welche kleinen Interventionen entfalten dabei grosse neurobiologische Wirkung? Dieser Workshop lädt dazu ein, neurowissenschaftliches Wissen in konkrete Handlungsmöglichkeiten zu übersetzen. Im Zentrum steht die Frage, wie wir Jugendliche und junge Erwachsene so begleiten können, dass ihr Gehirn Sicherheit, Selbststeuerung und eine gesunde Entwicklung erlebt.
Gemeinsam erkunden wir die «Stresssprache» des Nervensystems und erproben einfache physiologische Regulationsmethoden. Wir reflektieren die Rolle von Mindset und Emotionsregulation, thematisieren digitale Überlastung und entdecken, weshalb soziale Verbundenheit und Co-Regulation zentrale Schlüssel für mentale Gesundheit sind. Der Workshop verbindet kurze Inputs mit praktischen Übungen und einem Austauschmit dem Ziel, das (jugendliche) Gehirn nicht nur zu verstehen, sondern im Alltag wirksam zu stärken.
Workshop 2: Finde deine individuelle Balance & werde ein starkes Vorbild im System der Arbeitsintegration
Lisa Filipe, Gründerin NALU
Einer der im theoretischen Input vorgestellten zentralen Ansätze beinhaltet die duale Betrachtung der Welt mit dem daoistischen Konzept von weiblicher Energie (Yin) und männlicher Energie (Yang). Es beschreibt zwei gegensätzliche Energien, die überall enthalten sind. Auch jeder Mensch trägt sowohl Weibliche Energie, als auch Männliche Energie in sich. Im Workshop werden wir einen persönlichen Check-In machen, um herauszufinden, in welchen Lebensbereichen diese Energien aktuell gut in Balance sind und in welchen weniger. Wir werden Ideen erarbeiten, um unsere eigene Balance zu stärken und damit ein starkes Vorbild für Menschen auf dem Weg der Arbeitsintegration zu werden. Denn Menschen, die Belastungen mit sich bringen, befinden sich oft in einem starken Ungleichgewicht, was den Weg in die Arbeitswelt erschweren kann. Wenn diese Menschen ihre individuelle Balance wieder finden, kann dies den Weg in die Arbeitswelt positiv beeinflussen.
Workshop 3: Von der Integration zur Inklusion – inklusive Denkstrukturen, Ansätze und Möglichkeiten in der Arbeitsintegration.
Stefan Ribler, Dozent Soziale Arbeit und Institutionsleiter
Inklusion ist gesellschaftspolitisch wie fachlich hochaktuell. In der Arbeitsintegration sind Partizipation, Teilhabe und Selbstbestimmung zentrale Dimensionen gelingender Prozesse – und zugleich anspruchsvoll in der konkreten Umsetzung.
Im Workshop steht die eigene Rolle in der Begleitung von Menschen im Zentrum. Vielfach bleibt Inklusion jedoch abstrakt und schwer greifbar. Daher setzen wir uns mit inklusiven Denk- und Handlungsansätzen auseinander und entwickeln beispielhaft konkrete Modelle für die Praxis.
Workshop 4: Beziehung wirkt – wie gestalten wir sie bewusst?
Seraina Füllemann, Leiterin Fachstelle Agogik, Stabstelle Geschäftsführung Förderraum
Beziehung ist ein zentraler Wirkfaktor in Integrationsprozessen. Gerade in der Begleitung von Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf beeinflusst die Qualität der professionellen Beziehung Stabilität, Motivation und Arbeitsfähigkeit wesentlich.
Der Workshop setzt sich mit der bewussten Gestaltung von Beziehung im Spannungsfeld von Nähe, Distanz und Auftrag auseinander. Die Teilnehmenden reflektieren ihr Rollenverständnis, analysieren herausfordernde Beziehungssituationen und entwickeln praxisnahe Handlungsstrategien für den Integrationsalltag. Der Workshop verbindet kurze fachliche Inputs und Erfahrungsaustausch.
Workshop 5: „Ausgebildet – und dann?“ - Vom Ausbildungsabschluss zur nachhaltigen Anstellung von Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen
Juliana Schneider, Fachberaterin Inklusion bei Profil Arbeit & Handicap
Dieser Workshop beleuchtet den Übergang von der Ausbildung in eine nachhaltige Festanstellung für junge Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Neben einem kurzen Input stehen praxisnahe Einblicke von jungen Erwachsenen im Zentrum. Gemeinsam werden zentrale Erfolgsfaktoren, Unterstützungsangebote sowie Stolpersteine auf dem Weg in die erste Festanstellung nach der Ausbildung diskutiert. Der Workshop richtet den Blick darauf, was es von Seiten der Fachpersonen und des Arbeitsmarkts braucht, um langfristige berufliche Integration zu fördern.
Workshop 6: Viele Wege führen nach Rom – Lernende und Berufsbildner:innen teilen ihre Erfolgsfaktoren
Daniel Morf, Mitinhaber rheinspringen GmbH
In diesem Workshop erhalten wir Antworten aus der Praxis auf die Frage, wie Arbeitsintegration gelingen kann. Lernende mit erschwertem Einstieg in Ausbildung berichten von ihrem Arbeitsalltag, ihren Erfahrungen und Herausforderungen. Ebenfalls anwesend sind ihre Berufsbildner:innen, welche die betriebliche Sicht einbringen und Alltagstipps für gelingende Integrationsarbeit teilen werden. Die dynamisch gestaltete Podiumsdiskussion soll das Publikum dazu anregen, eigene Fragen einzubringen.
Workshop 7: Werte, Haltung, Ressourcen – von der Selbstreflexion zum wirksamen Handeln in der Praxis
Lea Huggenberger, Mitinhaberin SOLVIS und Regionalleiterin Proitera
Was hat meine eigene Haltung mit gelingender Arbeitsintegration zu tun? Mehr als wir oft denken. Denn unser professionelles Handeln beginnt nicht bei Methoden – sondern bei uns selbst. Der Workshop rückt die eigene Wertebasis ins Zentrum und fragt: Wie beeinflusst meine Haltung die Zusammenarbeit mit Klient/innen? Und wie lässt sich daraus konkrete Ressourcenarbeit entwickeln?
Zwischen Selbstreflexion und Praxis erhalten die Teilnehmenden Impulse und konkrete Tools für den Berufsalltag – mit dem Ziel, das eigene Handeln bewusster, klarer und wirksamer zu gestalten.
Workshop 8: Werde, wer du bist – Neue Rollen für neue Wege in die Arbeitsintegration
Mark Riklin, Rollencoach der Agentur Passione
Wie finden Menschen ihren Platz in der Arbeitsgesellschaft, wenn klassische Wege (noch) nicht passen? Dieser Workshop lädt dazu ein, neue Perspektiven einzunehmen, alternative Lebensentwürfe zu erkunden und Rollen bewusst auszuprobieren. Inspiriert von Max Frischs Idee, «Geschichten wie Kleider anzuprobieren», experimentieren die Teilnehmenden mit Identitäten auf Zeit, kleiden Leidenschaften in Rollen und nehmen sich selbst neu wahr. Unter dem Leitmotiv «Anders sehen, wirksam handeln» geht es darum, sich selbst zu berufen, statt auf die perfekte Stellenanzeige zu warten – und sich zu erlauben, anders vorzugehen. Das Ausprobieren verschiedener Lebensrollen wird als Weg zur Selbstentfaltung und Integration verstanden. Ein Angebot der Agentur Passione – der Agentur für die besonderen Momente.
Workshop 9: Rein in die Praxis
Sebastian Schmid, Erlebnispädagoge und Mitarbeiter rheinspringen GmbH
Arbeitsintegration lebt von Erfahrung – doch wie können wir Lern- und Entwicklungsschritte ermöglichen, die über Gespräche und Theorie hinausgehen? Dieser erlebnispädagogische Workshop lädt dazu ein, den Fokus bewusst auf das praktische Tun zu legen und neue Erfahrungsräume zu öffnen. Im Zentrum steht eine konkrete, aktive Aufgabe in der Stadt, ausserhalb des gewohnten Rahmens, indem man sich auf eine Situation einlässt, seine Komfortzone erweitert und sich direkt mit neuen Anforderungen auseinandersetzt.
Im Anschluss wird die Erfahrung gemeinsam reflektiert: Was habe ich wahrgenommen? Welche Herausforderungen sind aufgetreten? Welche Erkenntnisse lassen sich für die eigene Praxis ableiten? Der Workshop verbindet Erleben, Austausch und Transfer und zeigt auf, wie durch gezielte Praxiserfahrungen nachhaltige Lernprozesse angestossen werden können.
Wir freuen uns auf deine Teilnahme!
8:00 Uhr Ankommen mit Genuss
8:30 Uhr Begrüssung
8:50 Uhr Referat von Manuela Adcock
Das jugendliche Gehirn verstehen - und gezielt stärken
09:50 Uhr Pause
10:20 Uhr Referat von Lisa Filipe
Zyklische Prinzipien als Kraftquelle
11:30 Uhr Small Talk: Und was denkst du?
11:45 Uhr Mittagessen
13:15 Uhr Fokus: Workshoprunde 1
14:30 Uhr Pause mit Kaffee, Tee und Kuchen
15:00 Uhr Fokus: Workshoprunde 2
16:15 Uhr Interaktives Fazit: Und jetzt?
16:45 Uhr Offizielles Tagungsende
bis 17:15 Uhr Optionaler Ausklang
CHF 295.- / Teilnahme inkl. Mittagessen